| [ Hundeschlittentour in Schwedisch Lappland 2006]
10. Februar 2006 - Stockholm
Endlich Urlaub! Gerade öffnen sich unter mir die Wolken und geben aus dem Flugzeugfenster den Blick auf den Öresund frei. Da liegt Kopenhagen und etwas weiter die schwedische Insel Ven, wo ich im Sommer mit meinem Boot gelegen habe. Eine Dreiviertelstunde später landet der Flieger in Arlanda. Vor mir liegt eine gute Woche Abenteuer mit Schlittenhunden in Schwedisch Lappland.
Doch bis dahin habe ich noch ein Wochenende Zeit, Stockholm zu entdecken. Mit dem Arlanda Express Tåg fahre ich weiter in die City. Dieser Schnellzug ist zwar relativ teuer (380 SEK für Hin- und Rückfahrt), aber dafür benötigt er für die 45 km bis zum Hauptbahnhof nur 20 Minuten. Im Hauptbahnhof muss ich mich zunächst orientieren, um die richtige U-Bahn Linie zu finden. Der Rucksack ist schwer und mir wird beim Gehen durch die endlosen Gänge recht warm. Ich löse eine 20ger Streifenkarte und fahre mit der Metro weiter bis Kungsträdgården. Wie kontrollieren die eigentlich, dass man nicht weiter fährt als am Schalter angegeben? Der Kontrolleur stempelt je nach Fahrziel eine bestimmte Anzahl Streifen ab. Wenn er telefoniert, schaltet er den Durchgang auch ganz frei, man fährt gratis. Das wiederum heißt, eine Fahrscheinkontrolle nach der Schranke macht nicht wirklich Sinn, das dieses „Freischalten in den nächsten Tagen noch häufiger vorkommt. Na ja, wahrscheinlich sind alle Stockholmer doch eher ehrlich.
Ich checke in das Hotel ein – für das Wochenende verbrate ich ein paar Airmiles für die Übernachtung im SAS Radisson Strand Hotel. Das ist ein recht nobles Hotel direkt am Nybrokajen. Danach geht's erstmal auf Bummeltour durch die City. Es ist noch später Vormittag, also viel Zeit. In der Buchabteilung von Ahléns erstehe ich zwei Bücher – stelle dann aber fest, dass es diese woanders billiger gibt. Hmm in Schweden gibt es scheinbar keine Buchpreisbindung. Wusste ich nicht. Also Bücher wieder tauschen und um die Ecke wesentlich preisgünstiger kaufen. Dieser Buchladen heißt „Bok & Bild“ und liegt in der Drottningsgata, einer Fußgängerzone, die vom Sergelstorg abgeht. Wie ich später lese, sind auch laut dem Merian Führer hier die schwedischen Neuerscheinungen in Stockholm meist am billigsten. Ich erstehe einen Törnführer über die schwedische Westküste und zwei Bildbänder über die Stockholmer Schären.
 Mittags erhole ich mich im Café des Kulturhauses am Sergels Torg. Hier herrscht rege Betriebsamkeit. Insbesondere fällt auf, dass hier viele Mütter mit kleinen Kindern sind. Dementsprechend ist der Lärmpegel extrem hoch. Schweden ist ein kinderfreundliches Land und daher regt sich hier niemand darüber auf. Man sieht insgesamt mehr Familien als in Deutschland, was unter anderem an der besonders guten stattlichen Familienförderung liegen mag. Im Kulturhaus liegen Programmzeitschriften aus. Ich beschließe, heute Abend in ein Konzert der schwedischen Folkrockband Kebnekajse zu gehen. Den Nachmittag verbringe ich in der Gamla Stan, esse eine Kleinigkeit im Café Muren. Das ist ein kleines, kuscheliges Café mitten in der Altstadt.
Im Jazzkeller „Fasching“ findet dann das Konzert statt. Der Raum ist schon proppevoll. Ich ergattere einen etwas erhöhten Stehplatz. Kebnekajse erinnert etwas an die heutigen Stones Konzerte. Und in der Tat – als ich in der Pause mit einem schwedischen Ehepaar ins Gespräch komme (au weh- ganz schön anstrengend mal nur wieder schwedisch zu reden), stellt sich heraus das die Band Ihre Blütezeit in den Siebzigern hatte und heute Abend viele der auch bereits in die Jahre gekommenen Fans zugegen sind.
11. Februar 2006 – Stockholm
Es ist Samstag und draußen ist herrlicher Sonnenschein. Es hat ein paar Minusgrade. Heute ist Museums- und Erkundungstag. Ich mache einen Spaziergang entlang der Nybro- und Ladugårdsviken rüber nach Djursgården. Herrlich, kaltes, sonniges Wetter! Der Schnee knirscht unter den Füssen.

Im Café Blå Porten kehre ich ein zum Brunch. Danach schaue ich mir das Nordiska Museet an. Zurzeit laufen dort einige interessante Ausstellungen. Da ist zum einem die Ausstellung zum Verhältnis zwischen Norwegern und Schweden (Anlass ist der Jahrestag der Auflösung der Schwedisch-norwegischen Union) und zum anderen gibt es eine Ausstellung über den Systembolaget und die staatliche Alkoholkontrolle in Schweden.
 Nach dem Museum folgt ein Spaziergang am Ufer von Djursgården entlang. Das Vaasa Museum schenke ich mir – wozu soll ich mir ein falsch konstruiertes Schiff zu überhöhten Touristenpreisen ansehen? Stattdessen statte ich Skansen einen Besuch ab. Skansen ist ein Freilichtmuseum mit historischen Bauten aus ganz Schweden. Auch ein paar nordische Tiere gibt's hier zu sehen. Besonders beeindruckend finde ich die Wölfe (Ulv), die sich im Gehege perfekt getarnt haben und den Vielfraß (Järv), der leichtfüßig seinen massiven Körper mit hoher Geschwindigkeit durch das Gelände bewegt. Die breiten Tatzen geben ihm Halt auf dem Schnee und verschaffen ihm so einen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber seiner Beute, z.B. Rentieren.
Nach dem Besuch bei Skansen nehme ich die Fähre hinüber nach Slussen. Gerade kommt dort auch eine Fähre von den Åland Inseln an. Ich schaue mir Södermalm an. Besonders gut gefällt mir die Aussicht vom Mariaberget auf die Nordseite der Stadt.
 Abends besuche ich ein Klezmer Festival, das Im Folkhuset direkt neben dem Hotel stattfindet. Dort spielen am Abend eine Gruppe aus Polen, eine finnische und eine norwegische Klezmer Band. Bei den Norwegern fällt der Klarinettenspieler auf. Ich habe selten jemand so verwoben mit seiner Musik gesehen. Spitze!
Am Ende des Konzerts plaudere ich noch ein wenig mit einer Deutschen, die hier lebt und nehme an ein paar, das Publikum einbeziehenden, jiddischen Tänzen teil.
12. Februar 2006 - Stockholm – Hemavan – Slussfors
Heute ist es wieder bedeckt und wärmer. Überall an den Häusern hängen die Snörask Schilder, die vor herabfallenden Schneelawinen und Eiszapfen warnen.
Nach einem morgendlichen Spaziergang ist es Zeit zu packen. Heute geht's nach Norrland.
Am frühen Nachmittag hebt die kleine Skyways Maschine ab von Arlanda. Der Himmel ist bedeckt, als wir nordwärts fliegen. Knapp 2 Stunden später klart die Wolkendecke auf und gibt den Blick auf die Wälder und Fjälls von Härjedalen und Jämtland frei. Kurze Zeit später setzt die Maschine zur Landung in Hemavan an. Hemavan ist ein Skiort im südlichen Lappland, an der Straße nach Mo i Rana gelegen. Der Flughafen ist winzig. Dieser Flug scheint so ziemlich der einzige hier am Tag zu sein. Es hat ein paar Minusgrade.

In der Wartehalle erwarten mich Torstens Eltern und seine kleine Schwester. Wir laden das Gepäck ins Auto und machen uns auf den Weg nach Slussfors. Im Fond des Autos sitzen zwei Hunde die uns stürmisch begrüßen. Dann folgt eine 1 ½ stündige Fahrt über verschneite, einsame und von endlosem Nadelwald gesäumte Strassen. Mittlerweile fällt das Aussenthermometer schon auf den zweistelligen Minusbereich. Irgendwann biegen wir von der Strasse ab und sind in Slussfors – einer kleinen Ansammlung von Häusern in der Wildnis. Bei Ankunft hört man im Hintergrund schon die Hundemeute bellen und jaulen. Torsten und Peggy heißen mich willkommen. Wir sitzen mit der ganzen Familie in der gemütlichen Küche und trinken Kaffee. Dann essen wir zu Abend. Es gibt leckeres Elchgulasch. Später fahren seine Eltern noch mal los um die beiden anderen Mitfahrer abzuholen, die in Storuman ankommen sollen. Derweil gehen wir die Ausrüstungsliste durch. Ich bekomme von den Beiden noch eine Hose, warme Schuhe und für sehr kalte Tage einen Skianzug gestellt. Wie sich in den folgenden Tagen herausstellt, ist die Kleidung für das Wetter (-3° bis -24° C, Wind und Schneefall) genau richtig gewählt:
- Warme Wollthermounterwäsche von Ullfrottee
- Thermohose und darüber eine wind- und wasserdichte dünne Skihose mit Hosenträgern
- Superwarme Stiefel von Cabela´s (eine amerikanische Outdoorfirma)
- Einen Fleecepullover und darüber meinen geliebten winddichten Norwegerpulli von Dale.
- Halswärmer, Handschuhe, und eine Fellmütze. Gerade die hat sich echt bewährt. Wenn es warm ist, kann man die Seiten hochklappen, wenn es windig und kalt ist, schützt das Fell an den Rändern vor Erfrierungen. Für extreme Kälte hatte ich noch eine Baclava dabei.
Gegen Acht Uhr abends trifft der Rest der Crew ein – Doris aus München und Denise aus San Diego (USA). Torsten fährt uns in das wenige Kilometer weiter gelegene Skoterhotel, wo wir übernachten werden.
Ich nutze den Abend um alles aus dem Rucksack auszupacken, was ich nicht für die nächsten Tage benötige.
13. Februar 2006 - Slussfors – Järvsjön
Am Morgen holt uns Torsten vom Skoterhotel ab. Zu Hause hat Peggy schon ein leckeres, reichhaltiges Frühstück gezaubert. Wir freuen uns auf einen spannenden Tag! Als wir uns zum Hundezwinger (merkwürdiges Wort übrigens) bewegen, kommt gerade Bert-Ove an. Bert-Ove wird uns auf dieser Tour mit dem Motorschlitten begleiten. Da im Februar der Schnee oft noch recht hoch und pulvrig ist, wäre die Tour ansonsten recht beschwerlich bis fast unmöglich da die Trails zu schlecht sind und wir die Schlitten mit sehr viel Gepäck beladen müssten (allein fallen um die 100 KG Hundefutter für das ganze Team an). Bert-Ove ist schon im hohen Alter, aber wie sich später rausstellt, extrem rüstig, und spricht zu meiner Freude nur wenig englisch; das wird mich zwingen mein Schwedisch wieder etwas mehr zu trainieren.
Nachdem der Anhänger des Motorschlittens mit dem Gepäck beladen wurde (nur den Schlafsack für den Fall der Fälle und was man so tagsüber braucht kommt in die Hundeschlitten), geht es an das Geschirr-Anziehen und Einspannen der Hunde.
Dabei wird der Schlitten zunächst mit der Panikleine an einen Baum gebunden. Das Ende der Panikleine hat einen Karabinerhaken zum leichten Öffnen. Zusätzlich wird noch der Anker ausgebracht. All das ist nötig, da die Hunde, wenn erst eingespannt, nur einen einzigen Gedanken haben: Losrennen! Mittlerweile versteht man kaum noch sein eigenes Wort. Vor Aufregung bellt und jault es aus allen Ecken. Wir holen die ersten Hunde aus ihrer Behausung und ziehen das Geschirr an. Dabei wird zuerst der Kopf durchgesteckt und dann seitlich die Vorderpfoten. Man fängt immer mit den Leithunden an und sie sind auch die Letzten, die bei Ankunft abgespannt werden.

Mein Leithund ist Nikko, ein sehr erfahrener Hund der bereits auf seine Altersruhe so langsam zustrebt. An seine Seite kommt Ben, der auch schon als Leithund eingesetzt wurde und schon am Finmarksløpet teilnahm.

Die Hunde werden mit einer Ablegerleine an der Zugleine fixiert und mit den Halsbändern an der Zuleine parallel verbunden (bzw. die Leithunde nur miteinander). Auf die mittlere Position bekomme ich Polaris und Whoopie. Polaris ist recht klein und sieht mir ihrem schneeweißem Fell wie ein Polarfuchs aus.

Die Wheeldogs sind Tage und Quattro. Quattro ist ein sehr quirliger, rotbrauner Hund, der die allgemeine Aufregung gleich dazu nutzt, das Geschirr seines Nachbarn unbemerkt anzuknabbern oder an der Zugleine reißt (siehe Bild oben). Tage ist ein dunkler Hund, dessen Züge darauf schließen lassen das einer seiner Vorfahren ein Dackel gewesen sein mag. Beides sind sehr kräftige Hunde, die in den nächsten Tag exzellent ziehen werden.
Nun besteigt jeder seinen Schlitten. Die Spannung steigt. Ich soll als Letzter fahren, da ich ja schon mal ein wenig Erfahrung mit Schlittenhunden letztes Jahr in Norwegen sammeln konnte. Peggy erklärt noch, dass die Ausfahrt relativ schwer sei, da es gleich bergab und danach in eine scharfe Kurve gehe und wir daher gut bremsen sollten. Nun geht es los! Die Hunde legen ein rasantes Tempo vor. Hinter dem Tor geht es in der Tat herab. Ich trete die Bremse mit einem Fuß leicht durch, aber offenbar nicht genug, denn in der Kurve rutscht der Schlitten relativ weit nach außen und die eine Kufe gerät auf den erhöhten Schneewall am Rand, was mich in Nullkommanix aus dem Gleichgewicht bringt. Ich kippe und begehe eine Riesendummheit – ich gebe im liegen dem stetigen Zug der Hunde am Schlitten nach und lasse los. Und da fährt dann der Schlitten ohne mich weiter. Zum Glück ist Peggy die ersten Meter noch mit dem Motorschlitten hinterhergefahren und fängt meine Hundemeute samt Schlitten 50 Meter weiter ab. Au weia, wie peinlich! Leider liegt der Anker unter dem Schneemobil und so mühen wir uns ab, ihn vorsichtig herauszuwuchten und dabei gleichzeitig die Hunde vom Weiterrennen abzuhalten. Das gelingt und kurze Zeit später stehe ich wieder auf dem Schlitten – von Peggy nochmals ermahnt, künftig kräftiger abzubremsen. Na ja, Torsten hat es glücklicherweise nicht mitbekommen (dachte ich), denn er ist ja wie die anderen vorausgefahren.
Es folgt eine herrliche Strecke. Relativ gerade, über kurze Lichtungen, kleine Waldstücke. Der Trail ist hervorragend, die Sonne scheint und es ist um die -5°C.
 Ich bekomme langsam ein Gefühl für den Schlitten. Ab und zu muss ich meine Hunde abbremsen und warten, da Denise und Doris auf Ihren Schlitten an dem Tag etwas langsamer sind. Nach einer Weile hält Torsten mal an und kommt bei jedem vorbei um zu sehen ob alles klar geht. Er fragt mich, ob ich inzwischen besser mit der Bremse klarkomme. Verflixt, woher weiß er das…? Wie sich herausstellt, hat er natürlich mit Peggy übers Handy telefoniert und ist über meinen missglückten Start bestens im Bilde. Tja so ist das. Aber in Zukunft werde ich besser fahren, versprochen! Weiter geht es durchs Gelände. Zwischendurch noch eine kurze Kaffeepause und dann geht es über den Järvsjön zu einer kleinen Hütte, die Bekannten von Torsten gehört. (Wer die Tour nachverfolgen möchte, dem sei die Fjällkarta AC2 Tärnaby-Hemavan-Ammarnäs oder auch die kostenlose Broschüre „Vindelfjällen – Naturreservat i Västerbotten“ vom Naturvårdsverket empfohlen).
Bert-Ove ist bereits angekommen und hat im Ofen ein Feuer entfacht. Wir spannen die Hunde ab und schäkeln sie am Stake-Out an, den Torsten bereits abgespannt hat. Der Stake Out ist eine Leine aus Eisen die von Baum zu Baum gespannt wird und zum Fixieren der Hunde im Lager unterwegs dient. Dann nehmen wir den Hunden die Geschirre ab und ziehen ihnen für die Nacht Decken über. Torsten verteilt ein paar Fleischbrocken an Hunde als Zwischenmahlzeit.
 Bert-Ove hat mit dem E-Bohrer auf dem See ein kleines Wasserloch gebohrt, aus dem Wir nun Frischwasser schöpfen. In ein paar weiteren Löchern stecken Angelschnüre aber irgendwie vermag heute kein Röding anzubeißen.
In der Hütte machen wir es uns gemütlich. Es ist eine recht kleine Hütte bestehend aus einem Tisch mit ein paar Hockern, zwei Liegen und einer höher gelegenen, per Leiter erreichbaren Ebene, auf der drei Matratzen liegen. Auf dem Ofen kocht ein Kaffeekessel und das Wasser für die Flüssigmahlzeit der Hunde. Neben der in faustgroße Würfel zerhackten Fleischkraftnahrung bekommen die Hunde nämlich noch in etwas Wasser aufgekochte, mit Trockenfutter vermischte, Pansen. Dies soll dafür sorgen, dass die Hunde genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Aber nicht alle sind so versessen auf die Flüssignahrung.
Wir sitzen noch lustig zusammen und es wird schnell dunkel. Bert-Ove reicht ein wenig getrocknetes Rensteak herum zum abschneiden (torrkad renkött). Lecker! Ab und zu gehen Bert-Ove und Torsten raus für einen „Rök“ oder jemand bahnt sich den Weg zum Plumpsklo. Bahnen ist vermutlich der richtige Ausdruck, denn nur ein wenig vom durch den Scooter planierten Pfad versackt man bis zu den Knien im Schnee. An dieser Stelle sei angemerkt, dass eine Stirnlampe für solche Touren echt praktisch ist, das es natürlich schon deutlich früher als bei uns dort dunkel wird (so gegen halb fünf).

Es wird mollig warm in der Hütte obwohl es draußen bereits -18°C sind. Zum Abendessen gibt es Pytt i Panna und Knäckebröd und natürlich Kaffee und den obligatorischen „Höjd“ (namens „Old Keeper“) danach. Wir gehen früh schlafen (so gegen 10, halb elf), sind ziemlich müde.
14. Februar 2006 - Järvsjön – Viktoriakyrkan
Heute werden wir schon eine etwas weitere Strecke zurücklegen, so um die 25 Km.
Nach dem Aufstehen so um kurz nach sieben geht die normale Routine wieder los. Kurz die Zahnbürste in den Schnee gehalten, Zahncreme drauf – Zähneputzen ist so ziemlich das einzige was man an Morgenhygiene hier durchführen kann. (Außer man mag sich morgens nackt im Schnee wälzen).
Die Hunde bekommen Ihr Futter, wir futtern unser Frühstück und schmieren Brote für die Mittagspause. Jeder verstaut sein Brot nah am Körper, um später nicht auf gefrorenem Käse rumkauen zu müssen. Selbiges empfiehlt sich übrigens auch für die Kamera, damit der Akku nicht frühzeitig in die Knie geht.

Wir packen unsere Sachen, nehmen den Hunden die Decken ab, säubern mit einer Schaufel den Platz um die Hunde von Kot, räumen die Hütte auf und machen die Schlitten fertig. Gegen halb 11 geht's dann wieder los. Wir fahren mit leicht angezogener Bremse runter zum See, ein wenig am See entlang und dann am Järvbacken entlang zum Nördlichen Ende des Nedre Boksjön. Laut der Karte ist hier eigentlich Moor und dürfte daher im Sommer von Mücken nur so wimmeln. Aber jetzt ist alles tief weiß verschneit und der Boden gefroren. Wir überqueren den Nedre Boksjön. Danach geht es vorsichtig über eine Strasse rüber. Strassen sind immer sehr mit Vorsicht zu genießen, weniger wegen der eher seltenen Autos, sondern wegen der hohen Wälle an den Rändern und weil die Hunde auf die Idee kommen könnten, doch lieber auf der Strasse zu laufen. Dann wären sie kaum noch zu stoppen, denn auf den vereisten Flächen halten weder Anker noch Bremse richtig, während die Hunde dort bestens speeden können.
Nach der Strasse überqueren wir die Grenze zum Vindelfjällen Naturreservat. Auf einem markierten Scooterpfad geht es nun steil bergauf und mithelfen ist angesagt. Bei leichten Steigungen genügt es, mit einem Fuß ein wenig mit Schwung zu holen. Bei stärkeren Steigungen steigt man am Besten kurz ab und läuft mit. Dabei nie den Schlitten loslassen. Wird der Schlitten wieder schneller, kann (und sollte man) wieder aufsteigen und vielleicht so noch ein wenig mit einem Fuß sich abstoßen. In den knapp 2 lm Anstieg gilt es, 150 Höhenmeter zu überwinden. Ein Klacks verglichen mit dem, was noch auf uns zukommt. Es geht weiter Richtung Brånaträsket und dann am 900 Meter hohen Suojal vorbei nordostwärts Richtung Överst Juktan.

Wenn wir anhalten, machen die Hunde immer ein Riesentheater. Vor allem Quattro vollführt Luftsprünge, ruckt an der Leine und beißt gern mal in das Geschirr von Tage und zieht die vor ihm stehenden Hunde mittels beißen auf die Zugleine Rückwärts. Ein richtiger kleiner Chaot!. Mittlerweile habe ich ihm aber deutlich zu verstehen gegeben, das ich das eher weniger schätze und zumindest das Geschirr-Annagen hat aufgehört. Ansonsten mag ich ihn und auch Tage echt gern. Die beiden arbeiten auch echt wie die Dampfpferde. Nikko ist dagegen viel ruhiger. Er hat, wenn er bellt, eine ganz eigentümlich tiefe Stimme, die kein anderer der Hunde hat. Auch Ben leistet an seiner Seite gute Arbeit. Polaris zieht auch gut, strapaziert allerdings bei Pausen und im Lager mit Ihrem durchdringenden Gequäke manchmal etwas das Trommelfell. Whoopie ist unauffällig, zieht aber nicht ganz so kräftig – wahrscheinlich tut eine alte Beinverletzung noch etwas weh.
Kurz hinterm Dulkåjávrrie erfolgt der Abstieg zum See. Und der hat es in sich! Durch einen Tannenwald geht es in rasanter Fahrt über einen ziemlich buckeligen Trail mit engen Kurven hinunter. Hundepsychologisch betrachtet zählen solche Trails zu den Sahnestücken, kann der Hund doch ohne große Kraft abwärts rennen und hinter jeder Ecke was Neues entdecken. So verwundert es auch nicht, dass die Hunde gerade auf solchen, für den Musher eher schwieriger zu lenkenden, Strecken sich so richtig ins Zeug legen. Der Schlitten holpert über die Buckelpiste, ich muss mich ducken um keine Tannenäste ins Gesicht zu bekommen und gleichzeitig die nächste Kurve vorausahnen um möglichst meinen nicht bremsenden Fuß auf die richtige Kufe zu platzieren (Kurveninnenseite) um so den Fliehkräften nicht zu sehr ausgeliefert zu sein. Trotzdem erwischt es mich in einer Kurve. Der Schlitten kippt, aber diesmal halte ich fest. Ich rufe „Hoooooh“ und verankere den Schlitten. Nach zwei Metern kommt der Schlitten zum stehen. Nichts passiert. Schlitten schnell wieder aufrichten, Fuß fest auf die Bremse, Anker lösen, Bremse lösen und weiter geht's. Solche „Ihr- könnt-jetzt-ziehen-was-ihr-wollt-aber-ich-lasse-den-Schlitten-nicht-los“ Manövern merkt man in seine Armen recht deutlich. Wir überqueren eine Straße und fahren unterhalb auf den See. Er ist riesig. 100 Meter rechts von uns ist eine Brücken unter der dampfend das Wasser in den Juktan strömt. Aber wo wir sind, ist eine dicke Eisschicht, von viel Schnee bedeckt.

Es geht weiter auf die Kirche am Seerand zu. Neben der Kirche geht es hoch zu einer Stuga, die einem mit Torsten befreundeten Musher gehört. Wir verankern die Schlitten, spannen ab, versorgen die Hunde und beziehen die Hütte. Sie ist riesig! Außerdem gibt es hier Strom, so dass neben dem Ofen auch ein paar E-Heizungen für mollige Wärme sorgen. Bert-Ove versucht sein Glück noch mal mit Angeln, während wir die Kirche erkunden. Es ist eine schöne Holzkirche, die in den dreißiger Jahren erbaut wurde und auf Wunsch eines anonymen Spenders den Namen der damaligen schwedischen Königin Victoria erhielt (die derzeitige Kronprinzessin mit gleichem Namen war auch schon mal hier). Bert-Ove erinnert sich, das früher häufig hierin die Menschen über lange Distanzen zu Fuß zum Gottesdienst gelaufen sind. Weit und breit sind wir hier heute wieder die einzigen Menschen. Während der letzten zwei Tage ist uns niemand begegnet.
 Draußen ist es relativ warm geworden – so knapp unter Null. Bewölkung zieht auf. Torsten befürchtet für den nächsten Tag starken Wind auf dem Fjäll. Zum Abendbrot gibt es Suovas, geräuchertes und gesalzenes Rentierfleisch. Lecker!
Danach wieder ein Höjd und den obligatorischen Kaffee. Torsten und Bert-Ove genießen ihn am liebsten mit den dänischen „Hård & hugget“ Würfelzucker, den man eintauchen und dann im Mund knacken kann. Oder wie Bert-Ove sagt: „Kaffe utan socker är som kärlek utan kyssar“ (Kaffee ohne Zucker ist wie Liebe ohne Küsse). Tja wenn das so ist…
Die beiden sprechen übrigens norrländischen Dialekt. Bisher konnte ich im schwedischen nur das skånska unterscheiden aber dieses schwedisch klingt in der Tat um einiges anders als das, was man in Stockholm spricht.
15. Februar 2006 - Viktoriakyrkan – Ammarnäs
Heute kommt die bisher längste und schwierigste Etappe. Es soll über das Kalfjäll (hochgelegene Gebiete über der Baumgrenze) ins 35-40 km entfernte Amarnäs gehen. Es gilt viele Höhenmeter zu überwinden und das Wetter verspricht viel Wind, Nebel und evtl. auch Schnee.
Leider geht es Denise nicht sonderlich gut. Sie hat sich den Magen verrenkt und von einer alten Verletzung tut ihr Knie weh. Wir beratschlagen, was zu tun ist. Die Etappe heute und morgen wird heftig. Es wäre ein Risiko, sie in diesem Zustand mitzumachen. Da wir unweit einer Straße sind, könnte Peggy sie auch abholen. Aber Denise möchte gerne bleiben und schlägt vor, in der Hütte allein zu bleiben, bis wir morgen wieder von Ammarnäs zurückkommen. Nach einigem Hin-und-her einigen wir uns darauf. Zur Sicherheit lasse ich ihr mein Handy dar, allerdings ist direkt im Tal kein Empfang – man müsste im Notfall wohl 1-2 Kilometer die Strasse hoch laufen.
Wir machen uns abfahrbereit und lassen Denise mit genügend Lebensmitteln, Feuerholz, Ihrem Schlitten und sechs Hunden zurück in der Hütte.
Nun folgt eine 10 Kilometer lange Fahrt über den wolkenverhangenen Överst Juktan. Die Hunde laufen langsam, eine Fahrt bei der man die nächsten Kilometer keine Wegänderung macht, macht die Hunde träge. Außerdem ist der Schnee recht nachgiebig, so dass die Hunde einsacken. Gleichzeitig sind die Kanten auch recht rau. Gut, das Torsten morgens bereits leicht eingerissene Ballen mit Salbe versorgt hat und mit einem Bootie geschützt hat.

Dann geht es weg vom See und nun folgt der steile Aufstieg ins Fjäll. Die nächsten 4-5 km sind nun 500 Höhenmeter zu überwinden. Ich komme mächtig ins Schwitzen. Bert-Ove, Torsten und Doris sind schon lang nicht mehr zu sehen. Endlich lichtet sich die Vegetation und die Steigung nimmt ab. Aber es geht noch immer bergauf und die Sicht wird immer schlechter. Dichter Nebel hängt hier oben. Man sieht das jeweils 50 Meter entfernte nächste Wegmarkierungsschild kaum. Und außer den Schildern ist rundherum eh' nur weiß zu sehen. Es weht ein scharfer Wind, der glücklicherweise von hinten kommt. Die anderen sind nicht mehr zu sehen und der Trail ist durch den Wind schon wieder überweht und auch sonst sehr schlecht. Die Hunde sinken permanent ein und mühen sich, den Schlitten zu ziehen. Ich bin dauernd am Abstoßen, keuche teilweise vor Anstrengung aber kann auch nicht immer helfen. Denn manchmal ist der Schnee so weich, das mein Fuß beim Abstoßen sofort bis fast zum Knie versinkt. Heute kann man gut erahnen, wie gefährlich das Fjäll sein kann. Torsten erzählte gestern von zwei Leuten, die man vor kurzem erfroren im Fjäll gefunden hatte; sie waren nur 90 Meter von der Hütte entfernt und hatten sie dennoch nicht gefunden.
 Gut das die Hunde eine empfindliche Nase haben und so auch einen verwehten Trail mühelos wieder finden. Die anderen tauchen wieder aus dem Nebel auf, haben gewartet. Ich halte den Daumen hoch – alles ok. Es geht weiter. Dann folgt eine eher gerade Strecke die aber dafür seitlich leicht schräg abfällt. Mit dem Ergebnis das der Schlitten dauernd seitlich ausbrechen will und ich ihn mit dem Fuß stoppen muss, damit er nicht die Hunde zu sehr zur Seite zieht. Die vergangenen Tage waren Bilderbuchfahren, dies ist dagegen ziemlich schweißtreibende Arbeit.
Dann kommt eine kleine Ansammlung von Krüppelbirken, wo wir heute Rast machen. Der heiße Kaffee und das Sandwich tun gut und auch die Hunde freuen sich über einen kleinen Snack. Zwei-drei Kilometer später halten wir erneut an. Es gibt Probleme mit dem Scooter. Eine Kufe lässt sich nicht mehr lenken. Aber es gelingt Bert-Ove bei vorsichtiger Fahrt weiterhin zu steuern.

Kurz darauf geht's dann endlich bergab Richtung Ammarnäs. Ich bin froh, die Fjällstrecke überwunden zu haben. Wäre der Nebel nicht gewesen, hätte man wohl eine super Aussicht gehabt, so war es eher viel Plackerei. Trotzdem eine tolle Erfahrung. Ich bin auch stolz auf mein Hundeteam, die viel geleistet haben. Der Weg ins Tal ist wie eine Autobahn für die Hunde. Ein breiter, fester, wenn auch etwas buckeliger Trail. Wahrscheinlich so gut präpariert, weil hier auch der Kungsleden anfängt. Die Hunde sind mit einem Mal richtig wach und stürzen sich talwärts. Ich muss aufmerksam bremsen, um die Zugleinenspannung zu halten und in den Kurven
Auf dem Trail zu bleiben. In Ammarnäs müssen wir ein kleines Stück auf einer Straße fahren. Das ist tricky, da man auf Strassen schlecht den Schlitten abbremsen kann. Zu allem Überfluss kommt uns auch noch ein Auto langsam entgegen. Mit voll durchgetretener Bremse und lautem „Hoooo“ Ruf schaffen wir es, die Schlitten zum Stehen zu bringen. Allerdings stehen die beiden Schlitten vor mich auf der linken Spur, meiner aber auf der rechten. Ich bedeute dem Fahrer, im Slalom an mir vorbeizufahren und hoffe, dass die Hunde ruhig bleiben. Alles geht gut. Dann geht es rechts ab zum Wärdshus von Ammarnäs. Ich rufe „Nikko Geeeeee!“ und tatsächlich verlässt Nikko und mit ihm alle weiteren 5 Hunde die Strasse. Doris Hunde hinter uns mögen es aber doch auf der Strasse lieber und sind nur per Griff ans Halsband des Leithundes zur Richtungsänderung zu überzeugen. Das zweite Mal rufe ich mein „Nikko Haaaaa!“ Befehl dann leider aber auch zu spät und so macht sich mein Schlitten ab Richtung Garagenauffahrt. Aber Torsten ruft Nikko mit lauter bestimmter Stimme und so kommen wir nach leichtem Umweg dann doch noch ans richtige Ziel.
Während sich Torsten und Bert-Ove mit dem Scooter zum Mechaniker aufmachen, versorgen Denise und ich die Hunde und kochen Pansensuppe. Die Wohnküche im Wärdshus ist recht komfortabel.
Später gehen wir dann noch in die Sauna. Bert-Ove hält es eine halbe (!) Stunde am Stück in der Sauna aus und jagt zudem mittels 10 Liter Wasser, die er innerhalb von 5 Minuten auf die Steine gießt, die Temperatur auf jenseits der 100°C. Ich kühle mich im Schnee draußen ab, das macht super Spaß.
Abends gibt es dann Fläsk zum Essen. Pappsatt sinken wir in die schwarze Ledercouch und gucken fern. Völlig ungewohntes Gefühl, mal wieder fern zu gucken.
Bert-Ove schläft schon nach zwei Minuten ein und schnarcht. Wir grinsen uns an aber da ist er auch schon wieder wach. Das fette Essen, die Sauna, der langweilige Film und die Anstrengung des Tages lassen uns schnell müde werden. Gegen Zehn ist Zapfenstreich.
In der Nacht ist mir mal zu warm und mal zu kalt im Schlafsack. Ich bin durstig und meine, leichten Schüttelfrost zu haben.
16. Februar 2006 - Ammarnäs – Viktoriakyrkan
Heute Morgen fühle ich mich ziemlich grippig, habe wohl auch etwas Fieber. Vermutlich hat die Sauna den Ausbruch des Hustens, den ich die letzten zwei Tage latent im Hals hatte, beschleunigt. Mit Mühe bekomme ich die von Bert-Ove zubereitete Hafergrütze mit Lingon („fast so gut wie Fläsk“) hinunter – Kaffee trinke ich heute nicht. Stattdessen nehme ich möglichst viel von dem mit Vitamin C angereicherten Saft zu mir. Am liebsten würde ich heute den ganzen Tag auf dem Sofa liegen und meine Gesundheit wieder herstellen aber das geht nun mal nicht. Ich könnte natürlich aussteigen, mich abholen lassen, aber ich glaube dass ich den Tag schon durchstehen werde. Auch wenn diese Etappe vielleicht die schwerste wird.
Wir müssen denselben Weg wie gestern wieder zurück – diesmal werden wir den harten Wind allerdings von vorne haben. Dafür erfolgt der – zwar steilere- Aufstieg aber direkt am Anfang, wenn Hunde und Musher noch frisch sind.
Gesagt getan. Es geht los. Doch bereits am Abhang hinter dem Wärdshus lege ich einen filmreifen Sturz hin. Laut Augenzeugen flog meine Pelzmütze durch die Luft, gefolgt von einer großen weißen Schneewolke, wo eben noch ein Schlitten fuhr. Es soll recht amüsant ausgesehen haben. Der Wirt kommt hinterhergelaufen, reicht mir meine Mütze und fragt, ob alles ok sei. Klar, war ja weich gefallen. Ich versuche meine Brille einigermaßen Schneefrei zu bekommen und auch sonst mich von einem Schneemann in ein menschliches Wesen zurück zu verwandeln. Dann geht's weiter, über die Strasse hinüber und den Berg hoch. Der steile Anstieg verlangt all meine Kraft. Ich schwitze, keuche und ziehe irgendwann meinen dicken Pullover und die Mütze aus. Nur mit dem Fleecepullover geht's besser, auch wenn der kalte Wind auf meiner durchgeschwitzten Haut meiner Genesung nicht ganz zuträglich sein dürfte. Eigentlich dachte ich ja, ich sein recht gut durch trainiert. Aber jetzt bin ich für jede Sekunde Verschnaufpause dank gerade Strecke dankbar. Na ja, Ich bin halt relativ schwer durch meine Größe und so arbeiten die Hunde auch hart und brauchen umso mehr Unterstützung bergauf. Schicksal.
Zwei Kilometer und 400 Höhenmeter später haben wir es geschafft – der steile Aufstieg ist vorbei. Jetzt geht es nur noch leicht bergauf und dann relativ gerade. Ich ziehe den Norweger Pullover wieder an. Torsten mahnt uns, es könne hier oben durch den Wind recht kalt werden und wir sollten uns gut schützen. Ich ziehe einen Halswärmer über der auch den Mund bedeckt und klappe die Seiten der Pelzmütze runter. Die Brille nehme ich ab, da sie hoffnungslos beschlagen ist und das Beschlagene sich langsam in Eis verwandelt. Bei bis zu 15m/s und um die -10°C ist die gefühlte Temperatur jenseits der -30°C. Es geht wieder über das Kalfjäll. An der Abfallenden Strecke will der Schlitten wieder seitwärts wegrutschen aber ich halte ihn in der Spur. Ich habe Doris gebeten, zur Sicherheit heute hinter mir zu fahren (danke für das häufige anhalten und warten!) , da ich nun ja nicht ganz so fit bin und mit meinem langsameren Schlitten daher ungern alle in bis zu 2 km Entfernung vor mir wissen möchte. Alles geht gut. Es ist zwar anstrengend aber die inzwischen entstandene Routine und der Durchhaltewillen lassen mich gut mithalten.

Ein Auge bekomme ich nur noch mühsam auf – durch den Wind tränte das Auge und die Tränenflüssigkeit gefroren. Ich reinige die Augenbrauen mit dem Handschuh grob von Eis. Selbst unter der Pelzmütze wird es allmählich recht kalt. Bei der nächsten Pause. Ziehe ich mir daher noch die Baclava (Sturmhaube) unter die Pelzmütze. Das ist schon bedeutend besser!
 Irgendwann haben wir dann auch das Kalfjäll durchquert und es folgt der bekannte Abstieg. Am Ende des Abstiegs, bevor es wieder auf den Överst Juktan See geht, machen wir noch Mittagspause.
Dann geht's auf den See mit Ziel Victoriakyrkan. Auf dem See wird mir ganz schön kalt, da ich nun weder anschieben noch bremsen muss und der SO-Wind nach wie vor von vorn kommt. Zudem fällt jetzt auch noch Schnee – und das des Windes wegen eher wagerecht. Die 10 km entfernte Kirche ist kaum auszumachen. Wir kauern und hinter den Schlitten in die Hocke um so den Hunden die Arbeit zu erleichtern und uns ein wenig vor dem kalten Wind zu schützen.
Die Hunde laufen wegen des schlechten Trails (tiefer, weicher Schnee) eher langsam. Ich habe festgestellt, das meine Hunde auf guten Trails teilweise sogar schneller als die anderen sind aber auf schlechten Trails erheblich langsamer, da sie sich durch das größere zu ziehende Gewicht stärker in den Trail „eingraben“ müssen, stärker einsacken. Wahrscheinlich wäre das mit 8 Hunden vor dem Schlitten, so wie Torsten, leichter. Aber dafür dürfte es bergab dann schwieriger werden.
 Endlich ist unsere Stuga an der Victoriakyrkan wieder erreicht. Denise begrüßt uns, ihr geht es magen-mäßig schon viel besser. Aber mit dem Knie wäre es noch nicht so toll.
Nachdem wir die Hunde klar gemacht haben, haue ich mich in meinen Schlafsack, um meine Grippe auszukurieren. Zwischendurch stehe ich noch zum Abendessen auf. Es gibt Köttbullar. Torsten die Gruppe beschlagen, wie es weiter gehen soll, da Denise sich nicht fit genug zum Weiterfahren fühlt. Torsten beschließt Peggy anzurufen, damit sie Denise abholt. Denn immerhin ist diese Hütte 100m weg von einer kleinen Straße (die sich 5 km weiter ins Nichts verliert), während die morgige Hütte mitten im Nichts liegt und ergo gar nicht im Fall der Fälle per Auto erreichbar ist. Torsten fährt mit dem Scooter ein paar Kilometer bis das Handy wieder ein Netz hat. Er ruft Peggy an. Peggy ist gerade mit seinen Eltern auf dem Rückweg von Sorsele und so fahren beide am Abend noch zu unserer Stuga. Mittels Motorschlitten werden Gepäck und Denise zum Auto gebracht und auch die Hunde und der Schlitten werden verladen.
17. Februar 2006 - Viktoriakyrkan – Magasjö
Nächsten Morgen geht es mir schon bedeutend besser. Das Grippegefühl ist jetzt allerdings einen Magenunwohlsein gewichen. Na ja. Torsten meint, es gehe gerade ein Magen-Darm Virus hier reihum. Die Locals schützten sich davor, in dem sie jeden Tag 10 weiße Pfefferkörner essen würden. Hab ich dann auch gemacht, auch wenn Torsten meinte, man müsse die natürlich vorher machen, jetzt sei es wohl schon zu spät.
Als Doris losfahren will, reißt der Stift des Karabinerhakens der Panikleine. Müssen wir heute Abend mal reparieren.
Heute habe ich zwei neue Hunde im Team. Torsten hat Polaris und Whoopie gegen Bandit und Digger ausgetauscht. Eine gute Entscheidung! Beide ziehen hervorragend, der Schlitten läuft merklich besser als gestern. Wir nehmen denselben Aufstieg wie bei der Hinfahrt, d.h. Richtung Dulkåjávrrie. Der Schnee ist immer noch sehr weich, weshalb die Hunde ziemlich schuften müssen und Doris so einige Male hinter mir wartet. Rechts von uns taucht im Dunst der Berg Suojal auf. Es sieht sehr majestätisch aus. Bert-Ove ist voraus gefahren, um durch zweimaliges Befahren den Trail für die Hunde fester zu machen.
 Kurz hinter dem Suojal biegen wir in SO-licher Richtung vom markierten Scooterweg auf einen spärlich bis gar nicht markierten Renflyttningsväg ab. Ein wenig später müssen wir dann auch gut eine Viertelstunde warten, da Bert-Ove erst den richtigen, und gut mit Schlitten zu befahrenden, Weg finden muss. Es geht am Rasneksjön und Övre / Nedre Metsjön vorbei durch den Rödningsträsket unterhalb des Magafjälles Richtung Magasjö.
 Schließlich kommen wir an der Magasjöstugan an. Dies ist eine öffentlich zugängliche Hütte, die über 100 Jahre alt ist. Früher haben hier Siedler gewohnt. Um die Hütte ist der Schnee sehr tief. Außerhalb der vom Scooter gewalzten Wege versinkt man bis über die Knie im Schnee. Wir versorgen die Hunde und räumen das Gepäck in die Hütte. Auf dem lackierten Holzboden muss man vorsichtig gehen, da man mit den Schuhen sehr leicht ins Rutschen kommt. Im Schuppen liegt nur grob geschlagenes Holz. Also muss noch gesägt und gehackt werden. Bert-Ove macht dies mit einer Leichtigkeit, die ich nur bewundern kann. Danach zerlege auch ich einen Stamm, brauche aber trotz des erheblichen Altersunterschieds fast dreimal so lange. Auch die schweren 30-40KG Wasserkanister schleppt er mit einer Leichtigkeit. Das Leben hier oben scheint die Menschen hart und widerstandsfähig bis ins hohe Alter – und vor allem sehr kräftig – zu machen.
 Es ist eine schöne Hütte. Mangels Petroleumlampen (wir haben zwar Petroleum mit, aber in der Hütte gibt es nur noch 2-3 Teelichter) ist es nach Sonnenuntergang eher schummrig und ab und zu benötigen wir daher auch drinnen die Stirnlampen.
Ich biete der Runde einen Lakritz an. Alle außer Bert-Ove lehnen wieder ab. Ich solle den mal schön allein essen. Interessant. Ich stelle immer wieder fest, dass man scheinbar von nördlich der Elbe oder westlich Roermond herkommen muss, um das Zeug (vor allen in der salzigen Form) zu lieben. Der Bollerofen heizt den kleinen Raum in Rekordschnelle auf über 20°C. Ein netter Kontrast zu den knapp -20°C draußen. Nur der Fußboden bleibt recht kalt. Zum Abendessen machen wir Suovas.

Der Wetterbericht meldet für Südschweden morgen um die -2°C und in Norrland bis zu -15° C. Diese ungemein detaillierte Aussage lässt uns über das Verhältnis von Stockholmern zu Norrland philosophieren („Für Stockholmer hört Schweden nördlich von Gävle auf“). Es gibt hier oben viele, die sich darüber ärgern das die meisten Bodenschätze des Nordens (Holz, Wasserenergie) von Stockholmer Firmen ausgebeutet werden und im Gegenzug der Strom hier oben teurer ist und einige Bürokraten im fernen Süden auf die Idee kommen, Entbindungsstationen zu schließen und damit Leuten teilweise 200 KM mit dem Auto zur nächsten Station zuzumuten. Nicht umsonst nennen einige Norrländer die Stockholmer den „fjollträsk“, was man grob mit „Narrensumpf“ übersetzen könnte. Tja, es gibt wohl wie in jeden Land auch hier Nord-Süd Konflikte.
Es ist unser letzter Abend und eine sehr gemütliche Runde. Meine Grippe/Magen Geschichte ist komplett verflogen und mir geht es blendend. Ich freue mich auf einen weiteren Tag Schlitten fahren.
18. Februar 2006 - Magasjö – Slussfors
Kurz nach Sieben stehen wir auf, frühstücken und machen die Hunde fertig. Über Nacht hatten sie wieder Decken an, da es recht kalt war. Heute Morgen scheint die Sonne, es ist ein herrlicher Tag.
Beim Start, kippe ich in der ersten Kurve mal wieder den Schlitten um. Fast schon ein ungewolltes Ritual. Ich will ihn gleich wieder aufrichten und weiter aber der Anker ist irgendwo in einem Meter Tiefschnee verschwunden. Also erst mal Anker ausbuddeln. Aber danach geht alles glatt.
 Wir genießen alle den letzten Tag auf dem Schlitten. Der Trail ist unterschiedlich - manchmal noch Tiefschnee aber dann wieder recht fest. Schneller als erwartet verkündet Torsten den Endspurt: „So, nun kommen die letzten 3 ½ km Abfahrt“. Die Hunde sprinten der Heimat entgegen. Wir genießen die Abfahrt aber es kommt auch ein bisschen Wehmut auf, dass unsere Tour nun zu Ende geht.
Im fliegenden Galopp geht es durch die Pforte in den Vorplatz der Hundebehausungen. Begrüssungsgebell schallt uns entgegen. Kurze Zeit später sind auch Peggy und Denise vor Ort. Wir nehmen den Hunden das Geschirr ab und lassen sie frei laufen. Ich nehme alle sechs noch mal in den Arm –jeden einzelnen meines Hundeteams und auch die anderen Hunde habe ich lieb gewonnen. Sie haben sehr gute Arbeit geleistet und einige von Ihnen werden schon in Kürze beim 1000 km Finmarksløpet von Alta nach Kirkenes erneut ihre Stärke beweisen dürfen.
 Dann versammeln wir uns erstmal in der Stube und Peggy hat leckeren, von Bert-Ove gefangenen Röding zubereitet. Es wird viel erzählt und noch lange sitzen wir beisammen. Zwischendurch muss ich immer mal wieder raus und zu den Hunden gucken. Insbesondere Niko, Tage, Quattro und Ben haben es mir angetan. Und von den anderen Schlitten natürlich Blue und die scheue Feya mit ihren hellblau strahlenden Augen.
Abends bringt uns Torsten dann rüber ins Skoterhotel wo wir heute wieder übernachten werden. Ich packe die geliehenen Sachen aus und alles Dagelassene wieder in den Rucksack ein. Eine heiße Dusche tut gut, denn seit Ammarnäs hatten wir uns ja nicht mehr ordentlich waschen können.
19. Februar 2006 - Slussfors – Stockholm
Ich nutze den Morgen für einen kleinen Spaziergang. Es ist eisig kalt draußen und die Sonne scheint vom blauen Himmel. Unweit des Sees huscht ein Reh vorüber. Wieder im Haus, habe ich kalte Füße. Welch ein Unterschied die von Torsten geliehenen Schuhe zu meinen eigentlich auch recht frostfesten machen! Wie wir später sehen, hat es an diesem Morgen -24°C.
 Gegen halb elf holt uns Torsten ab und bei den Beiden zu Hause gibt es zunächst lecker Frühstück und dann Mittagessen. Wir laben uns an Elchgulasch und von Peggy und Torsten selbst gesammelten Multebeeren. Die Kinder werden zum Mittagsschlaf draußen in den Kinderwagen gelegt – dick eingepackt natürlich aber trotzdem ungewohnt Für uns. In Deutschland käme niemand auf die Idee, Kinder bei -20°C draußen schlafen zu lassen aber hier ist das ganz normal. Selbst in den Kindergärten könne man beobachten, wie mittags alle kleinen Kinder draußen in die Wägelchen zum Schlafen gelegt werden.
Gegen späten Mittag machen wir uns auf den Weg zum Flughafen. Peggy schenkt mir noch etwas von der Wundersalbe für die Pfoten und 4 Booties. Die Hunde daheim wird's bestimmt bei der nächsten Ballenverletzung freuen. Das Zeug scheint wirklich viel besser zu wirken als das was wir hier so kennen. Einige Hunde haben sich auf dem Trail Ballen aufgescheuert und mit der Salbe und dem Bootie darüber heilte das trotz der Laufbelastung erstaunlich schnell.
 Wir verabschieden uns von allen und Torstens Mutter bringt uns drei nach Storuman zum Flughafen. Die Fahrt dauert an die 2 Stunden. Teilweise hängen an den Strassen schwarze Müllsäcke. Laut seiner Mutter weisen diese auf erhöhte Gefahr durch die Straße kreuzende oder auf ihr liegende Rentiere hin. Scheinbar essen die Rentiere von dem Streusand, da dieser Mineralien enthält.
Der Flughafen liegt noch gut 30 km hinter Storuman. Eine knappe halbe Stunde vor Abflug sind wir da. Das ist aber immer noch Bestens in der Zeit, da es eh' nur die eine Maschine hier heute gibt und sie auf dem Flug von Vilhelmina kommend noch nicht gelandet ist. Selbst 10 Minuten vor Abflug kommt noch ein Gast. Wir laufen zur Maschine rüber und suchen uns einen Platz.
Dann hebt sie in den mittlerweile leider wieder bewölkten Himmel ab gen Süden.
Gegen sechs Uhr abends landen wir in Stockholm. Ich verabschiede mich von Doris und Denise, die in einem Hotel am Flughafen übernachten, da ihr Weiterflug früh morgens geht.
Mit dem Arlanda Express fahre ich weiter in die City und von da mit der Metro weiter nach Slussen. Heute checke ich in einem Hotelboot ein, dem „Röda Båten“. Dieses liegt recht günstig ziemlich direkt an der Brücke zur Gamla Stan und der U-Bahn.
Ich nehme ein Zimmer mit Blick auf die Strasse. Schöner und gut 100 Kronen teurer sind z.B. die Kaptainshytten mit Blick auf Riddarholmen und das Rathaus.

Sonntagabend ein offenes, gutes aber nicht zu teures Lokal zu finden ist recht schwierig. Ich versuche mein Glück zunächst in der Gamla Stan aber da gibt's heute nur Italiener die offen haben, Cafés und ein paar maßlos überteuerte Sachen (Hauptgericht ab 27 Euro). In Södermalm bei OT (Oliver Twist) werde ich schließlich fündig. Dies ist ein gepflegter Pub mit diversen Microbrews vom Fass und preiswerter schwedischer Hausmannskost. Ich esse Stekt Strömming im Senfteig mit Lingon, Gurken und dem allgegenwärtigen Kartoffelmus. Dazu ein frischgezapftes „Arizona“ Lager aus Phoenix, USA. Später falle ich müde in die Koje.
20. Februar 2006 - Stockholm
Heute geht's nach Hause. Aber den Vormittag habe ich noch Zeit, ein paar geplante Einkäufe zu erledigen. Bei Bog & Bild erstehe ich noch die „Bröderna Lejonhjärta“ von Astrid Lindgren. In Ammarnäs lag das Buch rum. Ich hatte ein bisschen reingelesen und mochte es. Und außerdem ist es bei meinem bisherigen Schwedisch Niveau erträglich leicht zu lesen.
Weiter geht's in die Gamla Stan zu Iris Hantverk, ein paar schöne Souvenirs für Freunde und eine wunderbare graue Decke mit Eisbärmotiven zu kaufen. Dieser Laden hebt sich wohltuend von dem Souvenirschundläden der Gamla Stan ab. Er hat viele ausgefallene Sachen, die auch tatsächlich in Schweden hergestellt werden.
Unter anderem gibt's da auch Teerkerzen (!) die im Raum einen maritimen Geruch ausstrahlen, wie auf einem alten Segelschoner.
Tja, segeln. Natürlich musste ich noch einen Segelladen aufsuchen. Fast eine Stunde verbringe ich bei Nautiska am Südende der Gamla Stan. Ich erstehe einen Seekartenatlas der Westschären, einen Hafenführer der Westschären, einen erstklassig verarbeiteten Südwester und zwei T-Shirts des königlich schwedischen Segelclubs.
Jetzt ist es Zeit zum Aufbruch. Ich laufe rüber zu Slussen und da hat doch tatsächlich der Suovas Grill auf, den ich auf der Hinreise entdeckt hatte. Ich bestelle eine Portion Suovas mit Pilzsoße, Kartoffelbrei und Preiselbeeren. Mit den Betreibern unterhalte ich mich ein wenig über den Norden und erstehe auch noch ein Stück getrocknetes Renfleisch. Dann kommt an den Stand noch ein Stockholmer mit zwei spanischen Gästen. Und so setzen wir die Unterhaltung noch eine Weile fort – und das in einem wilden schwedisch-spanisch Gemisch. Nach diesem polyglotten Erlebnis mache ich mich nun auf den Weg zurück zum Schiff, hole mein Gepäck und setze mich in die u-Bahn zum Hauptbahnhof. Bye-bye Stockholm. Hej då Sverige. Vi ses. Ich komme bestimmt wieder. Vielleicht auch mal für länger oder gar immer.
„Da erscheint dann Lappland unter mir wie ein zu Zeiten der Völkerwanderung liegen gebliebener mongolischer Filzteppich. Mottenfräßig vor alter, zerrissen und ungeflickt seit je. Und ist hingebreitet über ein gleichmäßig unregelmäßiges Gelände. Blau durchschlängelt von schmalen Flüssen. Wasserlachen und Seen sprenkeln ihn wie Flächen schwarzen Silbers.
Nach Nordwesten zu steigt das sanft an und gipfelt in Norwegens zinngrauen Felsenbarrieren. Im Norden setzt ihm das Eismeer eine weißgetupfte Grenze aus Kälte und Wasser. Nach Osten sinkt es in die feuchte, waldige Fruchtbarkeit Finnlands ab. Nach Süden aber schwillt Schweden an, mein Land – verdichtet sich die Menschenwelt, einzeln erst, mit Gehöften, dann mit Häusern und Häfen, dann mit planierter Landschaft, ausgerollten Straßenbändern, gehäuftem Vorhandensein. Ein um sich greifendes Gewese aller Möglichkeiten und bei zunehmender Geschäftigkeit nach Europa hin nervenbebend verädert und verpflichtet“
Werner Hellwig, Lapplandstory
N.B. Infos zu dieser Tour gibt's natürlich auf Torsten und Peggy's Homepage.
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